VIX schlägt aus: So könnte sich der S&P 500 in den nächste Wochen entwickeln

Autor: Investing.com
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Mitrade Team
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Quelle: DepositPhotos

Investing.com - An den globalen Aktienmärkten herrscht derzeit Aufruhr. Die Kurse schwanken stark, und inmitten dieses Tumults stieg der CBOE Volatilitätsindex (VIX) am vergangenen Montag auf 65,73 Punkte. Ein Niveau, das Erinnerungen an die Hochphasen der Krisen von 2008 und 2020 wachruft. Der VIX, auch als „Angstmesser“ des Marktes bekannt, erreichte damit den zweithöchsten Stand seit der Finanzkrise 2008. Doch was bedeutet dieser Anstieg für den S&P 500, den wichtigsten Aktienindex der USA?


Der VIX reflektiert die Erwartung der Marktteilnehmer hinsichtlich der künftigen Volatilität des S&P 500. Einfach gesagt: Je höher der VIX, desto größer ist die Angst der Investoren vor starken Kursbewegungen. Historisch gesehen, gingen solche Spitzen des VIX häufig mit heftigen Rückgängen des S&P 500 einher. Das war zuletzt im März 2020 der Fall, als die Märkte weltweit durch die Corona-Pandemie erschüttert wurden.


Historische Muster und ihre Bedeutung


Die technischen Analysten der Bank of America (NYSE:BAC) haben den VIX und seine Auswirkungen auf den S&P 500 genau unter die Lupe genommen. In einer aktuellen Studie stellen sie fest, dass es im Laufe der letzten Jahrzehnte mehrere solcher Panikspitzen gegeben hat – genau elf, um genau zu sein. Doch nur zweimal führten diese Spitzen tatsächlich zu Wochenschlusskursen über dem kritischen Niveau von 45: 2008 während der globalen Finanzkrise und 2020 inmitten der Corona-Pandemie. Beide Male war der S&P 500 in der Folge stark gefallen.


Historisch betrachtet haben sich im S&P 500 nach solchen Volatilitätsspitzen in der Regel verschiedene Bodenbildungsmuster herausgebildet, so die Experten. So kam es in den Jahren 1997, 2001 und 2020 zu so genannten V-Böden, die durch eine schnelle Erholung gekennzeichnet waren. In anderen Jahren wie 1998, 2011 und 2015 entwickelten sich Doppelböden, die auf eine langsamere, aber stabilere Erholung hindeuteten. Noch komplexere Muster wie inverse SKS- oder Dreiecksformationen zeigten sich in den Jahren 2002, 2008-2009, 2010 und 2018.


Für die aktuelle Situation ist es laut den Analysten jedoch noch zu früh, um sicher sagen zu können, welches Muster sich diesmal durchsetzen wird.


Was Anleger erwarten können


Doch was bedeutet das nun konkret für die Anleger? Die historischen Daten zeigen, dass der S&P 500 nach einer VIX-Spitze über 45 in den folgenden vier bis acht Wochen oft zu kämpfen hatte. In 60 % der Fälle bewegte sich der Index in diesem Zeitraum im Minus, mit durchschnittlichen Renditen von -0,72 %, fanden die Experten heraus.


Deshalb warnen die Strategen der Bank of America vor zu großem Optimismus in den nächsten Wochen. Es sei wahrscheinlich, dass der Markt noch etwas Zeit brauche, um sich nach dem jüngsten Schock zu stabilisieren, hieß es in der Studie. Vor allem angesichts der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA könnte die Unsicherheit anhalten, was traditionell zu eher schwachen Marktphasen führt.


Langfristige Perspektiven bieten Hoffnung


Doch es gibt auch Grund zur Hoffnung: Längerfristig betrachtet habe sich der S&P 500 nach solchen Panikspitzen im VIX meist gut erholt, so die Bank of America weiter. Dreizehn Wochen nach einem starken VIX-Anstieg lag der Index in 80 % der Fälle im Plus, mit durchschnittlichen Renditen von über 5 %. Ein Jahr nach dem Höhenflug waren die Renditen noch überzeugender: Mit einem Plus von durchschnittlich 14,07 % konnte der S&P 500 die meisten Anleger zufriedenstellen.


Für langfristig orientierte Anleger könnte es sich also lohnen, trotz der aktuellen Unsicherheiten und Schwankungen im Markt investiert zu bleiben. Denn die Geschichte zeigt, dass nach der Angst oft eine Phase der Erholung folgt – eine Chance für jene, die die Nerven behalten.

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