Nach der drastischen Eskalation des Handelskriegs zwischen den USA und China im April steht ein direkter Exportschock für die USA bevor. Ausnahmeregelungen für Elektronik, Handelsumgehung/Neuausrichtung und mehr Unterstützung werden diesen Schock abmildern. Wir haben unsere jährlichen Wachstumsprognosen für 2025/ 2026 auf 4,1 % (von 4,3 %) und 3,9 % (von 4,2 %) gesenkt, schreiben die Ökonomen von ABN AMRO.
„Seit dem 'US-Befreiungstag' am 2. April ist der Zollkrieg zwischen den USA und China eskaliert. Die USA erheben nun 145 % auf Einfuhren aus China (und 125 % umgekehrt). Verschiedene US-Beamte haben ein künftiges Handelsabkommen zwischen den USA und China angedeutet, aber bisher scheint Peking keine große Lust zu haben, sich auf Trumps „Art of the Deal“-Taktik einzulassen. China hat sich als 'der Erwachsene im Raum' positioniert und erklärt, dass es weitere US-Zollerhöhungen ignorieren würde, während es gleichzeitig Instrumente wie Exportbeschränkungen für kritische Metalle und die Aufnahme von US-Firmen in schwarze Listen einsetzt.“
„Peking ist wahrscheinlich der Meinung, dass es jetzt die Oberhand hat, da die USA mit den makroökonomischen und marktbezogenen Rückgängen ihrer Zollpolitik konfrontiert sind. Auch China wird den Handelskrieg zu spüren bekommen, steht aber nicht vor den Zwischenwahlen im nächsten Jahr und hat daher möglicherweise eine höhere 'Schmerztoleranz'. Außerdem hat China durch seine umfangreichen Beteiligungen an US-Staatsanleihen ein Druckmittel gegenüber den USA.“
„Wir waren bereits davon ausgegangen, dass China in Bezug auf Zölle 'herausgegriffen' werden würde, und hatten für Q2/Q3 ein unter dem Trend liegendes Wachstum pro Quartal prognostiziert. Insgesamt haben wir unser vierteljährliches Wachstumsprofil angepasst und unsere Wachstumsprognosen für 2025/26 auf 4,1% (von 4,3%) und 3,9% (von 4,2%) gesenkt. Ein wesentliches Abwärtsrisiko würde von Ländern ausgehen, die sich mit den USA gegen China verbünden.“