Die Protokolle der geldpolitischen Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) im März zeigten am Donnerstag, dass wahrscheinlich Schocks am Horizont stehen, einschließlich eskalierender Handelskonflikte und allgemeiner Unsicherheit, so Reuters.
"Diese Faktoren könnten das Risiko erhöhen, das Inflationsziel im mittelfristigen Zeitraum zu verfehlen."
"Vorsicht im Angesicht von Unsicherheit bedeutete nicht unbedingt, dass die Anpassung des Zinssatzes schrittweise erfolgen musste."
"Unsicherheit erforderte Vorsicht bei der Festlegung der Politik und insbesondere in der Kommunikation."
"Eine signifikante Ausweitung der Fiskalpolitik im Zusammenhang mit der Verteidigung hatte das Potenzial, den Desinflationsprozess zu gefährden."
"Die Kombination aus US-Zöllen und Vergeltungsmaßnahmen könnte ebenfalls Aufwärtsrisiken für die Inflation darstellen."
"Es wurde argumentiert, dass es nicht mehr möglich sei, sicher zu sein, dass die Geldpolitik restriktiv sei."
EUR/USD bewahrt seine Stärke und wurde zuletzt mit einem Plus von mehr als 2% am Tag bei 1,1090 gesehen.
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.