Laut Berichten des Wall Street Journal sind die politischen Entscheidungsträger im Büro des US-Handelsbeauftragten damit beschäftigt, eine dritte Zolloption zusammenzustellen, die sie US-Präsident Donald Trump in letzter Minute präsentieren können. Berichten zufolge versucht das Büro des Handelsbeauftragten, einen Weg zu finden, um die Zollziele von Präsident Trump in ein einfacheres, übersichtlicheres Angebot zu integrieren, das flache Zölle für alle Bereiche vorsieht und Donald Trumps selbsternannte Vergeltungszollandrohungen ausschließt, wann immer er sich von anderen Ländern bedroht fühlt, die negativ auf seinen fortlaufenden Zeitplan von Zollandrohungen reagieren.
Die Märkte nahmen die Berichterstattung zunächst als Zeichen dafür auf, dass die hochfliegenden Zollandrohungen von Präsident Trump möglicherweise gemildert werden könnten. Allerdings verdeutlichte die mehrdeutige Berichterstattung, wie schlecht das Weiße Haus die Zollpläne kommuniziert hat, da es sich entschieden hat, Details bis zur letzten Minute geheim zu halten.
Die Trump-Administration wird voraussichtlich am Mittwoch um 19:00 GMT (16:00 EST) ihr umfassendes "gegenseitiges" Zollpaket vorstellen.
Obwohl sowohl Zölle als auch Steuern staatliche Einnahmen generieren, die zur Finanzierung öffentlicher Güter und Dienstleistungen verwendet werden, gibt es einige wesentliche Unterschiede. Zölle werden im Voraus bei der Einfuhr am Hafen entrichtet, während Steuern beim Kaufzeitpunkt bezahlt werden. Steuern werden Einzelpersonen und Unternehmen auferlegt, während Zölle von Importeuren gezahlt werden.
Unter Wirtschaftswissenschaftlern gibt es zwei unterschiedliche Sichtweisen auf die Nutzung von Zöllen. Einige argumentieren, dass Zölle notwendig sind, um heimische Industrien zu schützen und Handelsungleichgewichte auszugleichen. Andere sehen Zölle als schädliches Instrument an, da sie langfristig die Preise in die Höhe treiben könnten und durch sogenannte „Auge-um-Auge-Zölle“ einen schädlichen Handelskrieg auslösen könnten.
Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im November 2024 hat Donald Trump deutlich gemacht, dass er Zölle einsetzen will, um die US-Wirtschaft und amerikanische Produzenten zu unterstützen. Im Jahr 2024 machten Mexiko, China und Kanada 42 % der gesamten US-Importe aus. Laut dem US Census Bureau war Mexiko in diesem Zeitraum mit Exporten im Wert von 466,6 Milliarden US-Dollar der wichtigste Handelspartner. Daher plant Trump, sich bei der Verhängung von Zöllen auf diese drei Länder zu konzentrieren. Außerdem möchte er die durch Zölle generierten Einnahmen nutzen, um die Einkommensteuer für Privatpersonen zu senken.