Am Freitag pendelt der Bitcoin-Kurs um die 83.000 US-Dollar. Damit bleibt die größte Kryptowährung weiter unter dem wichtigen Widerstand bei 85.000 US-Dollar, den sie Anfang der Woche nicht nachhaltig überwinden konnte. Auch Ethereum zeigt Schwäche und rutscht unter ein zentrales Unterstützungsniveau. Und Ripple? XRP nähert sich gefährlich seinen Jahrestiefs. Zeit für Panik – oder für eine antizyklische Chance?
Nachdem Bitcoin Anfang der Woche an der Marke von 85.000 US-Dollar gescheitert ist, zeigt sich der Markt momentan nervös. Der Kurs wurde deutlich am 50 %-Fibonacci-Retracement abgewiesen – gezogen zwischen dem Tief von November bei 66.835 US-Dollar und dem Allzeithoch von 109.588 US-Dollar im Januar. Die Marke von 88.211 US-Dollar erwies sich als klare Hürde, woraufhin der Kurs am Mittwoch um 3,1 % nachgab.
Wichtiger aber: Auch das tägliche Widerstandsniveau bei 85.000 US-Dollar hielt. Dort verlaufen aktuell die 200-Tage-EMA sowie eine abwärtsgerichtete Trendlinie – eine Zone, die von vielen Tradern genau beobachtet wird. Am Donnerstag stabilisierte sich BTC im Bereich von 83.000 US-Dollar und notiert auch am Freitag knapp darunter.
Ein Blick auf den RSI (Relative Strength Index) zeigt, dass der Druck von oben zunimmt: Mit einem Wert von 44, nachdem der Indikator bereits am Dienstag an der neutralen 50er-Marke scheiterte, deutet sich ein zunehmendes bärisches Momentum an. Sollte der RSI weiter nachgeben, könnte sich dieses Bild verstärken – und einen deutlichen Rückgang auslösen.
Auch der MACD wirkt unentschlossen: Die Linien bewegen sich eng aneinander, ein klares Signal bleibt aus. Das zeigt, dass viele Marktteilnehmer momentan abwarten.
Was heißt das konkret? Wenn es Bitcoin nicht gelingt, die 85.000 nachhaltig zu durchbrechen, dürfte die nächste relevante Unterstützung bei 78.258 US-Dollar ins Spiel kommen. Dort könnte ein erneuter Test stattfinden. Auf der anderen Seite: Gelingt doch noch der Ausbruch nach oben, ist eine Bewegung bis zur psychologisch wichtigen 90.000er-Marke möglich.
Ethereum sah Anfang der Woche noch nach einer kleinen Erholung aus. Am Dienstag gelang ein Schlusskurs über der Marke von 1.861 US-Dollar. Doch schon am Mittwoch setzte ein Rückschlag ein: Rund 6 % Kursverlust drückten ETH zurück in Richtung 1.800 US-Dollar, wo der Kurs sich am Donnerstag einpendelte. Auch am Freitag notiert Ethereum leicht schwächer, bei rund 1.790 US-Dollar.
Wenn der aktuelle Trend anhält, rückt ein Test der Marke von 1.700 US-Dollar näher – ein Niveau, das zuletzt im Oktober 2023 erreicht wurde.
Der RSI im Tageschart liegt derzeit bei 37, deutlich unterhalb der neutralen Marke von 50 – und er zeigt weiter nach unten. Das spricht für ein klar bärisch geprägtes Marktumfeld.
Wie geht es weiter? Sollte sich Ethereum doch noch stabilisieren und über 1.861 US-Dollar zurückkehren, könnte ein Rebound bis zum März-Hoch bei 2.104 US-Dollar möglich sein. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg – vor allem, wenn der Verkaufsdruck anhält.
Ripple (XRP) hat in der vergangenen Woche seine 100-Tage-EMA bei 2,30 US-Dollar verloren – und damit ein klares Verkaufssignal geliefert. Seitdem ging es für den Kurs um 12,4 % nach unten. Zum Wochenstart versuchte sich XRP bei 2,14 US-Dollar zu stabilisieren, wurde aber erneut am EMA-Widerstand abgewiesen. Am Donnerstag kam es zu einem erneuten Test der Unterstützung bei 1,96 US-Dollar – mit einer kurzen Gegenbewegung. Doch am Freitag steht XRP wieder gefährlich nahe an dieser Marke.
Warum ist das kritisch? Sollte XRP unter 1,96 schließen, wird der Weg in Richtung 1,77 US-Dollar frei – dem Tief vom 3. Februar und dem bisherigen Jahrestief.
Der RSI steht mit 39 ebenfalls unter der 50er-Marke und zeigt weiter nach unten. Damit passt das Bild zur allgemeinen Schwäche bei Bitcoin und Ethereum – ein einheitlich bärisches Setup.
Allerdings: Hält die Unterstützung bei 1,96, wäre eine Erholung bis zur 100-Tage-EMA bei 2,30 US-Dollar möglich. Doch das setzt voraus, dass das aktuelle Verkaufsinteresse schnell nachlässt.
Alle drei großen Kryptowährungen zeigen derzeit klare Schwächesignale. Bitcoin kommt nicht über die 85.000, Ethereum droht unter 1.800 zu fallen, und XRP steht kurz vor einem neuen Jahrestief.
Wer bereits investiert ist, sollte die Unterstützungszonen im Auge behalten – denn ein Bruch nach unten könnte weitere Kursverluste auslösen. Gleichzeitig eröffnen sich aber auch Chancen für antizyklische Anleger. Wer Geduld mitbringt und einen langen Atem hat, könnte von einem Einstieg auf niedrigem Niveau langfristig profitieren.
Wie immer gilt: Keine überstürzten Entscheidungen – sondern kühlen Kopf bewahren, Lage beobachten und dann fundiert handeln.