Der Goldpreis (XAU/USD) hat Schwierigkeiten, von der späten Erholung des Vortages aus dem Bereich von $3.054, einem Ein-Wochen-Tief, zu profitieren, und zieht während der asiatischen Sitzung am Freitag neue Verkäufer an. Der Rohstoff fiel in der letzten Stunde wieder unter die Marke von $3.100, obwohl der fundamentale Hintergrund eine gewisse Vorsicht gebietet, bevor man sich für einen nennenswerten Korrekturrückgang vom am Donnerstag erreichten Allzeithoch positioniert.
Die Bedenken, dass die reziproken Zölle von US-Präsident Donald Trump das globale Wirtschaftswachstum beeinträchtigen und eine Rezession in den USA auslösen könnten, könnten weiterhin als Rückenwind für den sicheren Hafen Goldpreis wirken. Darüber hinaus bewegt sich der US-Dollar (USD) in der Nähe eines Mehrmonatstiefs, während die Wetten steigen, dass die Federal Reserve (Fed) bald ihren Zinssenkungszyklus wieder aufnehmen wird, was dazu beitragen sollte, die Verluste des renditelosen gelben Metalls zu begrenzen.
Aus technischer Sicht könnte ein anschließender Rückgang weiterhin anständige Unterstützung in der Nähe der horizontalen Zone von $2.056-2.054 finden. Der genannte Bereich liegt in der Nähe des 100-Perioden einfachen gleitenden Durchschnitts (SMA) auf dem 4-Stunden-Chart und sollte nun als wichtiger Wendepunkt für kurzfristige Händler fungieren. Ein überzeugender Durchbruch darunter könnte einige technische Verkäufe auslösen und den Goldpreis anfällig machen, um den Korrekturrückgang weiter in Richtung der Zwischenunterstützung von $3.036-3.035 auf dem Weg zur psychologischen Marke von $3.000 zu beschleunigen,
Auf der anderen Seite scheint die Stauzone von $3.115-3.125 nun als unmittelbare Hürde zu fungieren. Darauf folgt der Widerstand in der Nähe des Bereichs von $3.143 und dem Allzeithoch, rund um die $3.157-3.158-Region, das am Donnerstag erreicht wurde, was, wenn es durchbrochen wird, als neuer Auslöser für bullische Händler angesehen werden könnte. Dies würde wiederum die Bühne für eine Fortsetzung des kürzlich gut etablierten Aufwärtstrends des Goldpreises schaffen, der in den letzten vier Monaten beobachtet wurde.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.