Der Goldpreis (XAU/USD) schoss während der asiatischen Sitzung am Donnerstag auf ein neues Rekordhoch, als Investoren in traditionelle sichere Anlagen strömten, angesichts des Risikos. US-Präsident Donald Trump kündigte am Mittwochabend umfassende reziproke Zölle an, was Besorgnis über das globale Wirtschaftswachstum und eine Rezession in den USA auslöste. Dies führte zu einem starken Risikoabbau, was sich in einem Meer von roten Zahlen an den Aktienmärkten widerspiegelt und dem Edelmetall einen starken Schub gab.
Unterdessen würde der Anti-Risiko-Fluss, zusammen mit der wachsenden Akzeptanz, dass eine durch Zölle bedingte wirtschaftliche Verlangsamung in den USA die Federal Reserve (Fed) zwingen würde, ihren Zinssenkungszyklus bald wieder aufzunehmen und einen steilen Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen auszulösen. Dies zog den US-Dollar (USD) näher an ein Mehrmonatstief, das im März erreicht wurde, und kam dem zinslosen Goldpreis zugute. Dennoch halten extrem überkaufte Bedingungen den Goldpreis von weiteren Aufwärtsbewegungen ab.
Aus technischer Sicht zeigt der Relative Strength Index (RSI) auf dem Tages-Chart weiterhin überkaufte Bedingungen und hält die XAU/USD-Bullen davon ab, neue Wetten einzugehen. Daher wird es ratsam sein, auf eine kurzfristige Konsolidierung oder einen moderaten Rücksetzer zu warten, bevor man sich für eine Ausweitung des seit mehreren Monaten bestehenden starken Aufwärtstrends positioniert. Dennoch scheint das breitere Setup fest zugunsten der zinsbullischen Händler geneigt zu sein und deutet darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für den Goldpreis nach oben bleibt.
Daher könnte ein korrigierender Rückgang unter das Tief der asiatischen Sitzung, im Bereich von $3,123, als Kaufgelegenheit angesehen werden. Dies sollte wiederum helfen, den Rückgang des XAU/USD-Paares in der Nähe der $3,100-Marke zu begrenzen, die nun als zentraler Drehpunkt fungieren sollte. Ein überzeugender Durchbruch darunter könnte jedoch einige Long-Positionen auflösen und den Goldpreis in den Bereich von $3,076 ziehen, oder das wöchentliche Tief, das am Montag erreicht wurde, auf dem Weg zur $3,057-3,058-Region, der $3,036-3,035-Zone und der psychologischen Marke von $3,000.
Obwohl sowohl Zölle als auch Steuern staatliche Einnahmen generieren, die zur Finanzierung öffentlicher Güter und Dienstleistungen verwendet werden, gibt es einige wesentliche Unterschiede. Zölle werden im Voraus bei der Einfuhr am Hafen entrichtet, während Steuern beim Kaufzeitpunkt bezahlt werden. Steuern werden Einzelpersonen und Unternehmen auferlegt, während Zölle von Importeuren gezahlt werden.
Unter Wirtschaftswissenschaftlern gibt es zwei unterschiedliche Sichtweisen auf die Nutzung von Zöllen. Einige argumentieren, dass Zölle notwendig sind, um heimische Industrien zu schützen und Handelsungleichgewichte auszugleichen. Andere sehen Zölle als schädliches Instrument an, da sie langfristig die Preise in die Höhe treiben könnten und durch sogenannte „Auge-um-Auge-Zölle“ einen schädlichen Handelskrieg auslösen könnten.
Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im November 2024 hat Donald Trump deutlich gemacht, dass er Zölle einsetzen will, um die US-Wirtschaft und amerikanische Produzenten zu unterstützen. Im Jahr 2024 machten Mexiko, China und Kanada 42 % der gesamten US-Importe aus. Laut dem US Census Bureau war Mexiko in diesem Zeitraum mit Exporten im Wert von 466,6 Milliarden US-Dollar der wichtigste Handelspartner. Daher plant Trump, sich bei der Verhängung von Zöllen auf diese drei Länder zu konzentrieren. Außerdem möchte er die durch Zölle generierten Einnahmen nutzen, um die Einkommensteuer für Privatpersonen zu senken.