Der Goldpreis (XAU/USD) zieht am Montag in der frühen asiatischen Sitzung einige Käufer auf etwa $2.915 an. Globale Unsicherheit und die Bedrohung eines globalen Handelskriegs durch den US-Präsidenten Donald Trump bieten dem Edelmetall etwas Unterstützung.
In der vergangenen Woche erließ US-Präsident Donald Trump am Donnerstag eine Exekutivverordnung, die Waren aus Kanada und Mexiko im Rahmen eines nordamerikanischen Handelsabkommens, bekannt als USMCA, von Zöllen ausnimmt, zwei Tage nachdem er diese verhängt hatte. Allerdings sagte der US-Handelsminister Howard Lutnick am späten Sonntag, dass die 25% Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte, die am Mittwoch in Kraft treten sollen, voraussichtlich nicht verschoben werden. Die Ungewissheit über Trumps Zollpolitik dürfte sichere Zuflüsse anziehen und den Goldpreis kurzfristig begünstigen.
Darüber hinaus hat sich der Arbeitsmarkt in den Vereinigten Staaten (US) im letzten Monat verlangsamt. Der Bericht deutete darauf hin, dass die Federal Reserve (Fed) auf Kurs bleibt, die Zinssätze in diesem Jahr mehrfach zu senken. Dies belastet wiederum den US-Dollar (USD) und hebt den Preis des auf USD lautenden Rohstoffs an.
Daten, die am Freitag vom US Bureau of Labor Statistics (BLS) veröffentlicht wurden, zeigten, dass die US Nonfarm Payrolls (NFP) im Februar um 151.000 gestiegen sind, nach einem Anstieg von 125.000 (revidiert von 143.000) im Januar. Diese Zahl fiel schwächer aus als die Markterwartung von 160.000.
Unterdessen stieg die Arbeitslosenquote von 4,0% im Januar auf 4,1%, während die jährliche Lohninflation, gemessen am Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne, von 3,9% (revidiert von 4,1%) auf 4,0% anstieg.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.