Das Währungspaar AUD/USD fiel während der amerikanischen Sitzung am Freitag unter die wichtige psychologische Unterstützung und rutschte in die Nähe der 0,6050-Region, was den niedrigsten Stand seit fünf Jahren markiert. Der steile Rückgang erfolgt im Anschluss an einen stärker als erwarteten Bericht über die US-Arbeitsmarktdaten (Nonfarm Payrolls, NFP), der zu einem breiteren Anstieg des Greenbacks beiträgt. Der dominierende Katalysator hinter dem Zusammenbruch des Aussie stammt jedoch von einer neuen Welle von US-Zöllen, die von Präsident Donald Trump angekündigt wurden, was globale Wachstumsbedenken auslöste und Spekulationen anheizte, dass die Reserve Bank of Australia (RBA) möglicherweise in diesem Jahr mit einer Reihe aggressiver Zinssenkungen reagieren könnte. Aus technischer Sicht zeigt das Paar intensives bärisches Momentum, wobei der RSI nun deutlich im überverkauften Bereich liegt und der MACD eine neue rote Kerze ausgibt.
Das Blutbad am Freitag lässt das AUD/USD-Paar tief im bärischen Bereich zurück, wobei die Preisbewegung nahe dem unteren Ende seiner täglichen Spanne zusammenbricht und bedeutende mehrjährige Unterstützungszonen durchbricht. Der Moving Average Convergence Divergence (MACD) gibt weiterhin neue rote Balken aus, was das Abwärtsmomentum verstärkt, während der Relative Strength Index (RSI) auf die 27-Region gefallen ist und extreme überverkaufte Bedingungen bestätigt.
Obwohl der Stochastische Oszillator neutral erscheint, wird der anhaltende Ausverkauf weiter durch den Bear/Bull Power-Indikator, der rot blinkt, und eine scharfe Divergenz über die gleitenden Durchschnitte hinweg validiert. Alle kurzfristigen und langfristigen gleitenden Durchschnitte – der 10-Tage-EMA, 20-Tage, 100-Tage und 200-Tage Simple Moving Averages – zeigen weiterhin nach unten und unterstreichen den vorherrschenden Abwärtstrend.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.