Das Paar AUD/USD gerät während der asiatischen Sitzung am Freitag unter intensiven Verkaufsdruck und zieht sich weiter von einem fast dreiwöchigen Hoch im Bereich von 0,6400 zurück, das am Vortag erreicht wurde. Der steile intraday Rückgang zieht die Kassakurse auf ein frisches Tages-Tief im Bereich von 0,6245 in der letzten Stunde und wird durch eine Kombination von Faktoren unterstützt.
US-Präsident Donald Trump kündigte reziproke Zölle von mindestens 10% auf alle importierten Waren an, wobei China unter diesem neuen Regime mit 54% Abgaben konfrontiert wird. Als Reaktion erklärte das chinesische Handelsministerium, dass es entschlossen Gegenmaßnahmen ergreifen werde, um seine Rechte und Interessen zu wahren. Dies erhöht wiederum das Risiko einer weiteren Eskalation des Handelskriegs zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt und erweist sich als ein Schlüsselfaktor, der den China-Proxy Australischen Dollar (AUD) untergräbt.
In der Zwischenzeit weckten Trumps umfassende Handelszölle Bedenken hinsichtlich des globalen Wirtschaftswachstums und einer Rezession in den USA, was weiterhin die Stimmung der Anleger belastet, was sich in einem Meer von roten Zahlen an den globalen Aktienmärkten zeigt. Dies, zusammen mit Spekulationen, dass eine durch Zölle bedingte Verlangsamung die Reserve Bank of Australia (RBA) zwingen könnte, die Zinsen bis zu viermal im Jahr 2025 zu senken, trägt weiter dazu bei, die Flüsse vom als riskanter wahrgenommenen Aussie abzuziehen.
Der US-Dollar (USD) hingegen hat Schwierigkeiten, den bescheidenen Anstieg vom Vortag vom niedrigsten Stand seit Oktober zu kapitalisieren, da Wetten darauf bestehen, dass die Federal Reserve (Fed) bald ihren Zinssenkungszyklus wieder aufnehmen wird. Dies trägt jedoch wenig dazu bei, das AUD/USD-Paar zu unterstützen. Die Händler warten nun auf die Veröffentlichung des US Nonfarm Payrolls (NFP) Berichts für neue Impulse. Dennoch bleiben die Kassakurse auf Kurs, um bescheidene wöchentliche Verluste zu verzeichnen.
Ein Handelskrieg ist im Allgemeinen ein wirtschaftlicher Konflikt zwischen zwei oder mehr Ländern, der durch extreme Protektionismusmaßnahmen einer Seite ausgelöst wird. Dies beinhaltet die Errichtung von Handelsbarrieren, wie beispielsweise Zölle, die wiederum Gegenmaßnahmen hervorrufen. Dies führt zu steigenden Importkosten und letztlich zu höheren Lebenshaltungskosten.
Der wirtschaftliche Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten (USA) und China begann Anfang 2018, als Präsident Donald Trump Handelsbarrieren gegen China verhängte. Er begründete dies mit unfairen Handelspraktiken und dem Diebstahl geistigen Eigentums durch die asiatische Großmacht. China reagierte mit Vergeltungsmaßnahmen und führte Zölle auf zahlreiche US-Waren ein, darunter Autos und Sojabohnen. Die Spannungen eskalierten, bis die beiden Länder im Januar 2020 das „Phase-One-Handelsabkommen“ unterzeichneten. Dieses Abkommen verpflichtete China zu strukturellen Reformen und Änderungen seines wirtschaftlichen und handelspolitischen Regimes, um Stabilität und Vertrauen zwischen den beiden Nationen wiederherzustellen. Die Coronavirus-Pandemie rückte den Konflikt zunächst in den Hintergrund. Es sei jedoch erwähnt, dass Präsident Joe Biden, der nach Trump ins Amt kam, die Zölle beibehielt und sogar weitere Abgaben hinzufügte.
Die Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus als 47. Präsident der USA hat eine neue Welle von Spannungen zwischen den beiden Ländern ausgelöst. Während des Wahlkampfs 2024 hatte Trump versprochen, Zölle von 60 % auf chinesische Waren zu erheben, sobald er wieder im Amt sei – ein Versprechen, das er am 20. Januar 2025 umsetzte. Der Handelskrieg zwischen den USA und China wird somit dort fortgesetzt, wo er aufgehört hatte. Die gegenseitigen Strafmaßnahmen beeinflussen die globale Wirtschaftslage erheblich, stören die weltweiten Lieferketten, senken die Ausgaben – insbesondere Investitionen – und tragen direkt zur Inflation des Verbraucherpreisindex bei.