Der Kanadische Dollar (CAD) stieg am Donnerstag um 1,1 % gegenüber dem US-Dollar (USD) und ließ USD/CAD auf 17-Wochen-Tiefs nahe der 1,4000-Marke fallen, zum ersten Mal seit letztem Dezember. Der Loonie wurde durch einen schnell schwächer werdenden Greenback gestützt, der nach der Zollankündigung des Trump-Administrations „Befreiungstag“ stark gefallen ist.
In normalen Zeiten verhält sich der US-Dollar normalerweise wie ein globaler sicherer Hafen, wobei die Anleger in unsicheren Zeiten in Greenback-Bestände strömen. Diese Zeiten sind jedoch nicht normal. Der US-Dollar wird durch die neuesten Zölle der Trump-Administration stark belastet, die in einem gestaffelten, aber schnellen Zeitraum in Kraft treten sollen.
Der Kanadische Dollar steht vor seinem fünften wöchentlichen Gewinn in Folge gegenüber dem US-Dollar. USD/CAD ist seit der letzten Februarwoche um 3,55 % von seinem Höchststand gefallen, und das Paar liegt 4,73 % unter den Mehrjahreshöchstständen von Ende Januar.
Der jüngste Bullenlauf des Loonies hat USD/CAD auf den 200-Tage-Exponential Moving Average (EMA) nahe 1,4070 gedrückt, und die CAD-Bullen könnten bereit sein, einen weiteren Rückgang zur wichtigen Marke von 1,4000 zu erleben.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.