Die indische Rupie (INR) steht am Donnerstag unter Verkaufsdruck, belastet durch die Schwäche an den asiatischen Aktien- und Währungsmärkten, nachdem US-Präsident Donald Trump umfassende Zölle verhängt hat. Trump erklärte am Mittwoch, dass er ab dem 9. April Zölle von 26 % auf Importe aus Indien erheben werde, was Teil seines umfassenden Plans ist, Zölle auf alle US-Importe zu erheben. Die neuen US-Zollrichtlinien unter der Trump-Administration üben zusätzlichen Verkaufsdruck auf den INR aus.
Dennoch könnte ein Rückgang der Rohölpreise helfen, die Verluste der indischen Währung zu begrenzen. Es ist erwähnenswert, dass Indien der drittgrößte Ölverbraucher der Welt ist und niedrigere Rohölpreise tendenziell einen positiven Einfluss auf den INR-Wert haben.
In der Zukunft bereiten sich die Anleger auf die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA, den endgültigen S&P Global Services PMI und den ISM Services PMI vor, die später am Donnerstag fällig sind. Am Freitag werden alle Augen auf den US Nonfarm Payrolls-Bericht für März gerichtet sein.
Die indische Rupie handelt am Tag im negativen Bereich. Laut dem Tageschart bleibt die negative Sicht auf das USD/INR-Paar intakt, da der Preis unter dem wichtigen 100-Tage-Exponential Moving Average (EMA) liegt. Das Abwärtsmomentum wird durch den 14-Tage-Relative Strength Index (RSI) unterstützt, der sich unterhalb der Mittellinie bei etwa 38,15 befindet.
Die erste Unterstützungsebene für USD/INR liegt bei 85,42, dem Tief vom 2. April. Die nächste wichtige Unterstützungsebene ist die psychologische Marke von 85,00. Weiter südlich wird das Abwärtsziel bei 84,84, dem Tief vom 19. Dezember, gesehen.
Die erste Widerstandsmarke für das Paar liegt im Bereich von 85,90–86,00, was dem 100-Tage-EMA und einer runden Zahl entspricht. Ein entscheidender Durchbruch über dieses Niveau könnte eine Rallye bis auf 86,48, das Tief vom 21. Februar, auf dem Weg zu 87,00, der runden Marke, zur Folge haben.
Die indische Rupie wird stark von externen Faktoren wie dem Ölpreis, der Entwicklung des US-Dollars und dem Ausmaß der ausländischen Investitionen beeinflusst. Interventionen der Reserve Bank of India (RBI) können den Wechselkurs stabilisieren.
Die Reserve Bank of India (RBI) greift aktiv in den Devisenmarkt ein, um den Wechselkurs stabil zu halten und den Handel zu erleichtern. Gleichzeitig versucht sie, die Inflation durch Zinssatzanpassungen bei ihrem Zielwert von 4 % zu stabilisieren. Höhere Zinssätze stärken in der Regel die indische Rupie (INR), da sie das Land für ausländische Investoren attraktiver machen.
Makroökonomische Faktoren wie Inflation, Zinssätze, das Wirtschaftswachstum (BIP), die Handelsbilanz und ausländische Kapitalzuflüsse haben einen direkten Einfluss auf den Wert der indischen Rupie. Ein starkes Wirtschaftswachstum zieht vermehrt internationale Investoren an, was die Nachfrage nach der Rupie steigert. Auch eine weniger negative Handelsbilanz wirkt sich langfristig positiv auf die Währung aus. Besonders höhere Zinssätze – und hier vor allem die Realzinsen, also Zinssätze abzüglich der Inflation – können die Rupie stützen, da sie Indien für ausländische Investoren attraktiver machen. Ein "Risk-on"-Marktumfeld fördert zudem die Zuflüsse von Direkt- und Portfolioinvestitionen (FDI und FII), was ebenfalls die Rupie stärkt.
Eine steigende Inflation, vor allem im Vergleich zu den Handelspartnern Indiens, wirkt sich in der Regel negativ auf die Rupie aus, da dies eine Abwertung durch Überangebot signalisiert. Zudem verteuert Inflation die Exporte, was zu einem verstärkten Verkauf von Rupien führt, um ausländische Importe zu finanzieren – ein negativer Faktor für die Währung. Gleichzeitig reagiert die indische Zentralbank (Reserve Bank of India, RBI) häufig mit Zinserhöhungen auf steigende Inflation, was wiederum die Attraktivität der Rupie für internationale Investoren erhöht und den Kurs stabilisieren kann. Der gegenteilige Effekt tritt bei niedriger Inflation ein.