Das Paar AUD/USD bleibt während der frühen asiatischen Handelsstunden am Donnerstag unter Verkaufsdruck bei etwa 0,6280. Der Australische Dollar (AUD) verringert die Verluste gegenüber dem Greenback nach den stärkeren chinesischen Wirtschaftsdaten. Allerdings könnte das Aufwärtspotenzial begrenzt sein, da US-Präsident Donald Trump umfassende globale reziproke Zölle angekündigt hat, was die Händler vorsichtig werden lässt.
Die Trump-Administration gab am Mittwoch bekannt, dass die USA einen Basiszoll von 10% auf alle Importe in die Vereinigten Staaten (USD) erheben und zusätzliche Abgaben auf etwa 60 Länder mit den größten Handelsungleichgewichten gegenüber den USA erheben werden. China wurde hart getroffen und sieht sich einem Zoll von mindestens 54% auf viele Waren gegenüber. Die Ankündigung der Politik führte dazu, dass die Händler in den Risk-Off-Modus wechselten und Verkaufsdruck auf den Aussie ausübten, da China ein wichtiger Handelspartner Australiens ist.
Die ermutigenden chinesischen Wirtschaftsdaten, die am Donnerstag veröffentlicht wurden, könnten helfen, die Verluste des AUD zu begrenzen. Der Caixin Einkaufsmanagerindex (EMI) für den Dienstleistungssektor Chinas verbesserte sich im März von 51,4 im Februar auf 51,9. Diese Zahl war stärker als die erwarteten 51,6.
Die am Donnerstag veröffentlichten Daten des Australian Bureau of Statistics zeigten, dass der Handelsüberschuss des Landes im Februar auf 2.968 Millionen MoM zurückging, verglichen mit den erwarteten 5.600 Millionen und 5.156 Millionen (revidiert von 5.620 Millionen) im Januar. In der Zwischenzeit fielen die Exporte Australiens im Februar um 3,6% MoM, nachdem sie im Vormonat um 0,8% (revidiert von 1,3%) gestiegen waren. Die Importe stiegen im Februar um 1,6% MoM, verglichen mit einem Rückgang von 4,0% (revidiert von -0,3%), der im Januar gemeldet wurde.
Auf der anderen Seite könnten die Bedenken über die wirtschaftliche Verlangsamung in den USA den USD kurzfristig untergraben. Die Händler werden die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA, den endgültigen S&P Global Services PMI und den ISM Services PMI im Auge behalten. Wenn die Berichte schwächere als erwartete Ergebnisse zeigen, könnten diese den USD nach unten ziehen und Rückenwind für AUD/USD schaffen.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.