Das NZD/USD-Paar sieht sich im frühen asiatischen Handel am Donnerstag einem Verkaufsdruck nahe 0,5730 ausgesetzt. Der neuseeländische Dollar (NZD) schwächt sich gegenüber dem US-Dollar (USD), nachdem US-Präsident Donald Trump reziproke Zölle angekündigt hat, die einen Handelskrieg eskalieren könnten.
Trump sagte am Mittwoch, dass er einen Basiszoll von 10% auf alle Importe in die Vereinigten Staaten (USD) und höhere Abgaben auf einige der größten Handelspartner des Landes erheben werde. Ein Beamter des Weißen Hauses erklärte, dass Trump einen Gesamtzollsatz von 54% auf Importe aus China ab dem 9. April verhängt.
Chinesische Importe unterlagen bereits einem Zoll von 20%. Laut dem Beamten werden zusätzliche 34% an reziproken Zöllen erhoben. Der potenzielle Handelskrieg zwischen den USA und China sowie wirtschaftliche Unsicherheiten könnten den China-Proxy Kiwi nach unten ziehen, da China ein wichtiger Handelspartner für Neuseeland ist.
Andererseits erhöhen Händler ihre Wetten, dass die Federal Reserve (Fed) im Juni mit der Zinssenkung beginnen und bis Oktober insgesamt drei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte vornehmen wird, da Trump neue Zölle auf Importe enthüllte, von denen Analysten erwarten, dass sie die Inflation anheizen, aber auch die Wirtschaft bremsen könnten.
Laut dem CME FedWatch-Tool preisen die kurzfristigen Zinsfutures nun eine Wahrscheinlichkeit von fast 70% für eine Zinssenkung der Fed in der Junisitzung ein, gegenüber etwa 60% vor der Ankündigung der Zölle. Dies könnte wiederum den USD untergraben und Rückenwind für das Paar schaffen.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.