Am Mittwoch erlebte das EUR/USD-Paar einen bullischen Anstieg, nachdem die Trump-Administration Zölle angekündigt hatte, die sich als weniger schwerwiegend herausstellten, als viele Anleger erwartet hatten, angesichts der Vielzahl von Zollbedrohungen von Präsident Donald Trump in den letzten 72 Tagen. Während die Einzelheiten dieser Zollvorschläge komplex sind, sollten sich US-Verbraucher auf einen einheitlichen Zoll von 10 % auf alle Importe, einen hohen Zoll von 25 % auf alle Autos und Autoteile sowie auf unterschiedliche "reziproke" Zölle einstellen, die je nach Land in verschiedenen Sätzen erhoben werden.
Zusätzlich bekräftigte Trump sein Engagement, weitere Zölle auf Artikel wie Kupfer, Mikrochips und andere wichtige importierte Konsumgüter, die für die US-Wirtschaft von entscheidender Bedeutung sind, einzuführen. Da diese Zölle voraussichtlich die Verbraucherpreise in den kommenden Monaten erhöhen werden und es keine offensichtliche Alternative für den Markt gibt, um ausländische Waren ohne hohe Einfuhrsteuern zu beziehen, wird erwartet, dass die inflationsbedingten Druck bald steigen und länger als gewünscht anhalten werden. Laut den Beamten der Federal Reserve (Fed) wird die Unklarheit über die Handelspolitik der Trump-Administration voraussichtlich die Zinssätze über einen längeren Zeitraum hoch halten, was die vorherigen Erwartungen übersteigt.
Weiterlesen: Trump kündigt reziproke Zölle an
Die europäischen Wirtschaftsindikatoren werden voraussichtlich für den Rest der Handelswoche moderat unbedeutend bleiben. In der Zwischenzeit werden am Freitag neue Arbeitsmarktzahlen der US Nonfarm Payrolls (NFP) erwartet. Dieser NFP-Bericht könnte die Märkte erheblich beeinflussen, da die US-Wirtschaft in eine Phase nach den Zöllen übergeht, wobei die Arbeitsmarktdaten für März als wichtiger Indikator für die Auswirkungen der Zollstrategien der Trump-Administration dienen.
EUR/USD handelt weiterhin in der Mitte einer technischen Falle, wobei Käufer nicht in der Lage sind, einen festen Anstieg zu erzielen, aber der Verkaufsdruck zu begrenzt ist, um die Preisbewegung des Euros unter den 200-Tage-Exponential Moving Average (EMA) knapp unter der 1,0700-Marke zurückzudrängen.
EUR/USD beendete eine kurzfristige Verlustserie und drückte technische Oszillatoren in den überverkauften Bereich, aber ein Fortsetzungsmuster bleibt unwahrscheinlich, da die Marktteilnehmer sich auf geopolitische Faktoren konzentrieren.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.