Das Paar USD/CAD zieht am Donnerstag in der späten amerikanischen Sitzung einige Käufer an und beendet die zweitägige Verlustserie bei etwa 1,4275. Der Kanadische Dollar (CAD) schwächt sich gegenüber dem US-Dollar, da die Händler vorsichtig werden, nachdem US-Präsident Donald Trump eine reziproke Tarifpolitik im Weißen Haus unterzeichnet hat.
Trump gab am späten Mittwoch bekannt, dass er einen pauschalen Tarif von 10% einführen wird. Die Trump-Administration erklärte, dass Kanada und Mexiko vorerst von dem pauschalen Tarif von 10% sowie von reziproken Abgaben für bestimmte Länder ausgenommen sein werden.
Der 10%-Tarif würde nur in Kraft treten, wenn die ursprünglichen 25%-Zölle, die Trump auf kanadische und mexikanische Importe erhoben hat, aufgehoben oder ausgesetzt werden. Der 25%-Tarif basierte auf dem Vorwurf, dass die Nachbarländer den Fluss von Drogen und Verbrechen in die Vereinigten Staaten nicht eindämmen. Der kanadische Premierminister Mark Carney erklärte, dass das Land Trumps Zölle mit Gegenmaßnahmen bekämpfen werde, was Bedenken über einen Handelskrieg aufwirft.
Ein Rückgang der Rohölpreise aufgrund der Befürchtungen, dass ein globaler Handelskrieg die Nachfrage nach Rohöl dämpfen könnte, übt einen gewissen Verkaufsdruck auf den rohstoffgebundenen Loonie aus. Es ist erwähnenswert, dass Kanada der größte Ölexporteur in die Vereinigten Staaten (US) ist und niedrigere Rohölpreise tendenziell negative Auswirkungen auf den CAD-Wert haben.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.