GBP/USD trat am Mittwoch in frische Gebote bei Sechsmonatshochs ein, nachdem die Trump-Administration Zölle bekanntgab, die insgesamt besser ausfielen als viele Anleger befürchtet hatten, basierend auf Präsident Donald Trumps Vielzahl von Zollbedrohungen seit seinem Einzug ins Weiße Haus vor 72 Tagen. Die genauen Details der Zollvorschläge bleiben komplex, aber US-Verbraucher können mit einem pauschalen Zoll von 10 % auf alle Importe in die USA rechnen, zusätzlich zu einem weiteren Zoll von 25 % auf alle Automobile und Autoteile sowie variierenden "reziproken" Zöllen, die auf unterschiedlichen Ebenen pro Land erhoben werden. Donald Trump nutzte auch die Gelegenheit, die Welt daran zu erinnern, dass er weiterhin plant, noch weitere Zollpakete für Dinge wie Kupfer, Mikrochips und andere grundlegende importierte Konsumgüter, die die gesamte US-Wirtschaft stützen, auszugeben.
Da die Zölle die Verbraucherpreise in den kommenden Monaten in die Höhe treiben werden und es an einem klaren Ausweg für die Verbrauchermärkte mangelt, um ausländische Waren ohne hohe Einfuhrsteuern zu erhalten, ist es wahrscheinlich, dass der Inflationsdruck kurzfristig steigen und viel länger hoch bleiben wird, als es jemand möchte. Wie von den Entscheidungsträgern der Federal Reserve (Fed) angemerkt, wird die Unsicherheit über die Handelspolitik der Trump-Administration wahrscheinlich die Zinssätze länger hoch halten als zuvor erwartet.
Der Veröffentlichungszeitplan auf der britischen Seite des Wirtschaftsdatenkalenders bleibt diese Woche leicht, aber eine frische Veröffentlichung der US Nonfarm Payrolls (NFP) Arbeitszahlen steht später in dieser Woche an. Diese NFP-Veröffentlichung könnte ein wichtiger Datenpunkt für die Märkte sein, da die US-Wirtschaft in ein post-Zoll-Wirtschafts-Umfeld eintritt, wobei die Arbeitsmarktdaten von März als "Leitindikator" für die Auswirkungen der Zollpläne des Trump-Teams dienen sollen.
GBP/USD kämpft erneut um die 1,3000-Marke, während die Gebote in frische Sechsmonatshochs vordringen. Cable hat seit dem Tiefpunkt im Januar bei 1,2100 einen bullischen Trendlinienausbruch erlebt und könnte für einen erweiterten Ausbruch bereit sein, wenn die Kursbewegung einen klaren Durchbruch über 1,3000 schafft.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.