EUR/USD schwankt während der europäischen Handelsstunden am Mittwoch um 1,0800. Das Hauptwährungspaar hat Schwierigkeiten, eine Richtung zu finden, da die Anleger davon absehen, neue Positionen aufzubauen, bevor US-Präsident Donald Trump um 20:00 GMT die reziproken Zölle ankündigt.
Die neuen Zölle von US-Präsident Trump sollen unmittelbar nach der Ankündigung in Kraft treten. Ein solches Szenario würde das globale Handelssystem auf den Kopf stellen und die Produkte von Ländern, die höheren Zöllen unterliegen, weniger wettbewerbsfähig machen. Höhere Einfuhrzölle würden auch zu einem Rückgang der globalen Unternehmensinvestitionen führen, da Firmen Schwierigkeiten hätten, die Nachfrageprognosen für ihre Produkte zu bestimmen.
Die Kommentare von US-Finanzminister Scott Bessent am Dienstag deuteten ebenfalls darauf hin, dass der Präsident die höchsten Abgaben auf seine Handelspartner erheben wird und dass betroffene Länder diese umgehen könnten, indem sie die US-Forderungen erfüllen, insbesondere durch die Senkung der Einfuhrzölle aus den USA.
Die Anleger erwarten, dass Trumps Zölle auch der US-Wirtschaft schaden werden, da das Vertrauen der Verbraucher und Unternehmen sinkt. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe zeigte am Dienstag ebenfalls, dass die Geschäftstätigkeit im März nach zwei aufeinanderfolgenden Monaten des Wachstums zurückging. „Die Nachfrage und die Produktion gingen zurück, und die Entlassungen hielten an, da die Unternehmen der Befragten auf die Verwirrung in der Nachfrage reagierten“, sagte Timothy Fiore, Vorsitzender des ISM Manufacturing.
In Zukunft werden die Anleger auch auf die ADP-Daten zur Beschäftigungsänderung für März achten, die um 12:15 GMT veröffentlicht werden. Es wird erwartet, dass die privaten Arbeitgeber in den USA 105.000 neue Arbeitskräfte hinzugefügt haben, was über den 77.000 im Februar verzeichneten Zuwachs liegt.
EUR/USD oszilliert innerhalb der Handelsspanne vom Dienstag und handelt zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts am Mittwoch um 1,0800. Der 20-Tage Exponential Moving Average (EMA) bietet weiterhin Unterstützung für das Paar um 1,0778.
Der 14-Tage Relative Strength Index (RSI) kühlt unter 60,00 ab, was darauf hindeutet, dass das bullische Momentum vorbei ist, aber die Aufwärtsneigung intakt bleibt.
Nach unten wird das Hoch vom 6. Dezember bei 1,0630 als wichtige Unterstützungszone für das Paar fungieren. Umgekehrt wird das psychologische Niveau von 1,1000 die zentrale Barriere für die Euro-Bullen darstellen.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.