Das Pfund Sterling (GBP) handelt am Mittwoch in der europäischen Sitzung seitwärts um 1,2900 gegenüber dem US-Dollar (USD). Das Währungspaar GBP/USD konsolidiert, da die Anleger abwartend sind und auf die Veröffentlichung eines detaillierten Plans für reziproke Zölle durch den Präsidenten der Vereinigten Staaten (US), Donald Trump, später am Tag warten.
US-Präsident Trump hat den 2. April seit Wochen als "Tag der Befreiung" angepriesen, da er glaubt, dass die Einführung reziproker Zölle "Amerika wieder großartig machen" wird. Trumps reziproke Zölle werden voraussichtlich bald das globale Handelssystem auf den Kopf stellen, da die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, am Dienstag signalisierte, dass neue Abgaben unmittelbar nach der Ankündigung in Kraft treten werden.
Die Marktstimmung wird voraussichtlich übermäßig risikoscheu, wenn der Grad der Einfuhrzölle höher als erwartet ausfällt. Eine Notiz der Washington Post vom Dienstag zeigte, dass die Berater des Weißen Hauses einen Vorschlag ausgearbeitet haben, um 20% Zölle auf die meisten Importe in die USA zu erheben. Auch der US-Finanzminister Scott Bessent sagte am Dienstag, dass der Präsident die höchstmöglichen Abgaben auf seine wichtigsten Handelspartner erheben wird. Bessent deutete an, dass die Zölle auf gezielte Länder gesenkt werden könnten, wenn diese Handels- und Nicht-Handelsbarrieren für Importe aus den USA abbauen.
Donald Trump wird voraussichtlich die Zollgebühren an die Haushalte durch Steuerdividenden oder Rückerstattungen verteilen. Ein solches Szenario wird inflationär für die US-Wirtschaft sein und die Federal Reserve (Fed) zwingen, in naher Zukunft eine restriktive geldpolitische Haltung beizubehalten.
In der Sitzung am Mittwoch werden die Anleger auch auf die ADP-Beschäftigungsänderungsdaten für März achten, die um 12:15 GMT veröffentlicht werden. Die Agentur wird voraussichtlich zeigen, dass private Arbeitgeber 105.000 neue Arbeitskräfte hinzugefügt haben, was über den 77.000 Neuzugängen im Februar liegt.
Das Pfund Sterling handelt am Mittwoch innerhalb der Handelsspanne vom Dienstag gegenüber dem US-Dollar. Das GBP/USD-Paar schwankt weiterhin um das 61,8%-Fibonacci-Retracement, das von dem Hoch Ende September bis zum Tief Mitte Januar gezeichnet wurde, nahe 1,2930. Der 20-Tage-Exponentielle Gleitende Durchschnitt (EMA) bietet Unterstützung für das Paar um 1,2890.
Der 14-Tage Relative Strength Index (RSI) kühlt sich auf etwa 60,00 ab, nachdem er überkauft über 70,00 war. Sollte ein neuer bullisher Momentum in Aktion treten, wenn der RSI die Aufwärtsbewegung nach dem Halten über dem Niveau von 60,00 wieder aufnimmt.
Nach unten hin werden das 50%-Fibonacci-Retracement bei 1,2770 und das 38,2%-Fibonacci-Retracement bei 1,2615 als wichtige Unterstützungszonen für das Paar fungieren. Auf der Oberseite wird das Hoch vom 15. Oktober bei 1,3100 als wichtige Widerstandszone fungieren.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.