Das GBP/USD-Paar hat Schwierigkeiten, von der über Nacht erzielten Erholung aus der Nähe der Unterstützung bei 1,2870, einem Mehrwochentief, das letzten Donnerstag erreicht wurde, zu profitieren und schwankt während des asiatischen Handels am Mittwoch in einer engen Spanne. Die Spotpreise notieren derzeit im Bereich von 1,2915-1,2920, nahezu unverändert im Tagesverlauf, da Händler gespannt auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zu den reziproken Zöllen warten, bevor sie neue Richtungswetten abschließen.
In der Zwischenzeit entscheiden sich die Anleger, an der Seitenlinie zu warten, angesichts des Risikos eines sich ausweitenden globalen Handelskriegs, insbesondere nachdem Trump die Hoffnungen zunichte gemacht hat, dass die Abgaben auf eine kleinere Gruppe von Ländern mit den größten Handelsungleichgewichten beschränkt werden. Das Vereinigte Königreich erwartet, von neuen US-Zöllen getroffen zu werden, was darauf hindeutet, dass ein Abkommen zur Befreiung britischer Waren nicht rechtzeitig erreicht wird. Dies wiederum wird als Gegenwind für das Britische Pfund (GBP) und das GBP/USD-Paar angesehen.
Der Abwärtstrend scheint jedoch durch die gedämpfte Preisbewegung des US-Dollars (USD) abgefedert zu sein, die von der Erwartung geleitet wird, dass eine durch Zölle bedingte Verlangsamung der US-Wirtschaftstätigkeit die Federal Reserve (Fed) zwingen würde, ihren Zinssenkungszyklus bald wieder aufzunehmen. Tatsächlich preisen die Märkte eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im Juni ein, und die Wetten wurden durch den US ISM PMI am Dienstag angeheizt, der anzeigte, dass der verarbeitende Sektor zum ersten Mal seit drei Monaten geschrumpft ist.
Abgesehen davon wird eine stabile Performance an den Aktienmärkten als untergrabend für den sicheren Hafen Greenback angesehen. Das Britische Pfund (GBP) könnte hingegen Unterstützung von der Erwartung erhalten, dass die Bank of England (BoE) die Kreditkosten langsamer senken wird als andere Zentralbanken, einschließlich der Fed. Dies könnte weiter dazu beitragen, den Abwärtstrend des GBP/USD-Paares zu begrenzen und erfordert Vorsicht bei aggressiven bärischen Händlern.
In der Folge gibt es keine relevanten wirtschaftlichen Daten aus dem Vereinigten Königreich, die den Markt bewegen könnten. Der US-Wirtschaftskalender enthält jedoch den ADP-Bericht zur Beschäftigung im privaten Sektor und die Daten zu den Fabrikaufträgen. Dies könnte zusammen mit der breiteren Risikostimmung den USD beeinflussen und dem GBP/USD-Paar später während der nordamerikanischen Sitzung etwas Auftrieb verleihen. Der Fokus bleibt jedoch auf der Ankündigung von Trumps Zöllen.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.