Die indische Rupie (INR) schwächt sich am Mittwoch. Die lokale Währung gibt nach, nachdem sie den besten monatlichen Anstieg seit über sechs Jahren verzeichnet hat, was auf einen schwächeren Greenback und erneute ausländische Zuflüsse in Aktien zurückzuführen ist. Analysten erwarten, dass die kurzfristige Perspektive der INR von Trumps angekündigten reziproken Zöllen auf wichtige Handelspartner abhängt, die für Mittwoch geplant sind. Händler werden bewerten, wie sich die Abgaben auf den globalen Handel und die Wachstumsaussichten auswirken könnten.
In der Zukunft bereiten sich die Händler auf die Ankündigung von Trumps reziproken Zöllen später am Mittwoch vor. Auch die ADP-Beschäftigungszahlen für die USA im März werden veröffentlicht. Äußerungen von Vertretern der Federal Reserve (Fed) werden ebenfalls während der Woche im Fokus stehen.
Die Reserve Bank of India (RBI) wird nächste Woche ihre Zinsentscheidung bekannt geben. Eine Umfrage von Reuters unter Ökonomen erwartet nur eine weitere Zinssenkung im August, was den kürzesten Lockerungszyklus in der Geschichte markieren würde. Dies könnte wiederum zusätzlichen milden Druck auf die indische Währung ausüben.
Die indische Rupie handelt am Tag schwächer. Laut dem Tageschart behält das USD/INR-Paar die bärische Stimmung bei, da der Preis unter dem wichtigen 100-Tage-Exponential Moving Average (EMA) bleibt. Der Weg des geringsten Widerstands führt nach unten, da der 14-Tage-Relative Strength Index (RSI) unterhalb der Mittellinie bei etwa 32,90 liegt.
Die psychologische Marke von 85,00 fungiert als erste Unterstützung für das Paar. Der zusätzliche Abwärtsfilter, auf den zu achten ist, liegt bei 84,84, dem Tief vom 19. Dezember. Das nächste bärische Ziel wird bei 84,22, dem Tief vom 25. November 2024, gesehen.
Auf der anderen Seite liegt der wichtige Widerstand für USD/INR im Bereich von 85,90–86,00, was dem 100-Tage-EMA und der runden Marke entspricht. Anhaltendes Aufwärtsmomentum könnte den Weg zu 86,48, dem Tief vom 21. Februar, und dann zu einer Rallye auf 87,00, der runden Zahl, ebnen.
Die indische Rupie wird stark von externen Faktoren wie dem Ölpreis, der Entwicklung des US-Dollars und dem Ausmaß der ausländischen Investitionen beeinflusst. Interventionen der Reserve Bank of India (RBI) können den Wechselkurs stabilisieren.
Die Reserve Bank of India (RBI) greift aktiv in den Devisenmarkt ein, um den Wechselkurs stabil zu halten und den Handel zu erleichtern. Gleichzeitig versucht sie, die Inflation durch Zinssatzanpassungen bei ihrem Zielwert von 4 % zu stabilisieren. Höhere Zinssätze stärken in der Regel die indische Rupie (INR), da sie das Land für ausländische Investoren attraktiver machen.
Makroökonomische Faktoren wie Inflation, Zinssätze, das Wirtschaftswachstum (BIP), die Handelsbilanz und ausländische Kapitalzuflüsse haben einen direkten Einfluss auf den Wert der indischen Rupie. Ein starkes Wirtschaftswachstum zieht vermehrt internationale Investoren an, was die Nachfrage nach der Rupie steigert. Auch eine weniger negative Handelsbilanz wirkt sich langfristig positiv auf die Währung aus. Besonders höhere Zinssätze – und hier vor allem die Realzinsen, also Zinssätze abzüglich der Inflation – können die Rupie stützen, da sie Indien für ausländische Investoren attraktiver machen. Ein "Risk-on"-Marktumfeld fördert zudem die Zuflüsse von Direkt- und Portfolioinvestitionen (FDI und FII), was ebenfalls die Rupie stärkt.
Eine steigende Inflation, vor allem im Vergleich zu den Handelspartnern Indiens, wirkt sich in der Regel negativ auf die Rupie aus, da dies eine Abwertung durch Überangebot signalisiert. Zudem verteuert Inflation die Exporte, was zu einem verstärkten Verkauf von Rupien führt, um ausländische Importe zu finanzieren – ein negativer Faktor für die Währung. Gleichzeitig reagiert die indische Zentralbank (Reserve Bank of India, RBI) häufig mit Zinserhöhungen auf steigende Inflation, was wiederum die Attraktivität der Rupie für internationale Investoren erhöht und den Kurs stabilisieren kann. Der gegenteilige Effekt tritt bei niedriger Inflation ein.