Das Währungspaar AUD/USD wird während der frühen asiatischen Handelsstunden am Mittwoch auf einem flachen Niveau nahe 0,6275 gehandelt. Die Märkte werden vorsichtig vor der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zu reziproken Zöllen. Außerdem werden die ADP-Beschäftigungszahlen für den Monat März in den USA veröffentlicht.
Trump plant, am Mittwoch Zölle auf US-Handelspartner einzuführen, möglicherweise zusätzliche Zölle auf chinesische Waren. Trump hat seit seinem Amtsantritt im Januar bereits insgesamt 20% Zölle auf alle chinesischen Importe erhoben und macht Peking dafür verantwortlich, nicht genug zu tun, um den Fluss von Chemikalien, die zur Herstellung des tödlichen Medikaments Fentanyl in die USA verwendet werden, einzudämmen. Der potenzielle Handelskrieg zwischen den USA und China könnte Verkaufsdruck auf den Aussie ausüben, da China ein wichtiger Handelspartner Australiens ist.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) ließ den Official Cash Rate (OCR) bei 4,10% nach Abschluss ihrer geldpolitischen Sitzung im April am Dienstag unverändert. Die geldpolitische Erklärung der RBA zeigte, dass der Vorstand besorgt und vorsichtig ist, ob die Inflation weiterhin moderat bleibt.
RBA-Gouverneurin Michele Bullock sagte während der Pressekonferenz, dass die Entscheidungsträger vorsichtig sein müssen, um nicht zu voreilig in der Politik zu handeln. Bullock fügte hinzu, dass der Vorstand keine Zinssenkung diskutiert habe und sich noch nicht auf einen Schritt im Mai festgelegt habe.
In der Zwischenzeit bieten die ermutigenden wirtschaftlichen Daten aus China etwas Unterstützung für den China-Proxy-Aussie. Der Caixin PMI für das verarbeitende Gewerbe in China verbesserte sich im März auf 51,2 von 50,8 im Februar. Dieser Wert war besser als die Erwartung von 51,1.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.