Das Währungspaar USD/CAD weitet den Rückgang am Dienstag im späten US-Handel auf etwa 1,4295 aus. Der US-Dollar (USD) schwächt sich gegenüber dem Kanadischen Dollar (CAD) ab, nachdem die US-Wirtschaftsdaten eine Schwäche im verarbeitenden Gewerbe vor den Zollerklärungen der Trump-Administration am Mittwoch zeigten.
Das US-Verarbeitungsgewerbe schrumpfte im März, wobei der ISM Einkaufsmanagerindex (EMI) für das verarbeitende Gewerbe von 50,3 im Februar auf 49,0 fiel. Diese Zahl lag unter den Markterwartungen von 49,5. Dies geschieht, während die Bedenken wachsen, wie stark die Zölle die Preise für Verbraucher und Unternehmen erhöhen werden.
Trump erklärte, dass er am Mittwoch "reziproke Zölle" einführen werde, was darauf hindeutet, dass viele Länder mit eigenen Abgaben auf US-Waren plötzlich neuen Handelsbarrieren gegenüberstehen könnten. Das Weiße Haus gab an, dass die bevorstehenden Zölle von Trump unmittelbar nach ihrer Bekanntgabe am Mittwoch in Kraft treten werden. Allerdings könnte die Unklarheit über die Handelspolitik, einschließlich des Umfangs und der Schwere der Zölle und wie sie berechnet werden, den Greenback kurzfristig untergraben.
In der Zwischenzeit könnte ein Anstieg der Rohölpreise den rohstoffgebundenen Loonie kurzfristig stützen und Gegenwind für USD/CAD erzeugen. Es ist erwähnenswert, dass Kanada der größte Ölexporteur in die Vereinigten Staaten (US) ist und höhere Rohölpreise tendenziell einen positiven Einfluss auf den CAD-Wert haben.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.