Das EUR/JPY-Paar setzt seinen Abwärtstrend am Donnerstag im frühen europäischen Handel auf etwa 156,55 fort. Der japanische Yen (JPY) stärkt sich angesichts steigender Wetten auf zusätzliche Zinserhöhungen der Bank of Japan (BoJ). Der deutsche Erzeugerpreisindex (PPI) für Januar wird später am Donnerstag veröffentlicht.
Die neuesten Daten aus Japan haben die Argumentation der BoJ für Zinserhöhungen untermauert, da das BIP die Erwartungen übertroffen hat und die nominalen Löhne mit der schnellsten Rate seit fast drei Jahrzehnten steigen. Laut einer Umfrage von Reuters sagten über 65% der Ökonomen, dass die BoJ im dritten Quartal auf 0,75% anheben könnte, und die Lohnerhöhungen in den diesjährigen Tarifverhandlungen werden auf 5,00% gegenüber 4,75% in der Umfrage von Januar geschätzt.
Das Vorstandsmitglied der BoJ, Hajime Takata, sagte am Mittwoch, dass es wichtig sei, weiterhin schrittweise Zinserhöhungen in Betracht zu ziehen, und bemerkte, dass die Anleiherenditen Japans sich im Einklang mit der Markteinschätzung der Wirtschaft bewegen. Die zunehmenden Spekulationen, dass die BoJ die Zinsen eher früher als später anheben wird, stärken den JPY und schaffen Gegenwind für EUR/JPY.
Auf der Euro-Seite könnten die Zollbedenken des US-Präsidenten Donald Trump die Gemeinschaftswährung belasten. Spät am Dienstag sagte Trump, dass er wahrscheinlich Zölle von etwa 25% auf ausländische Autos erheben werde, während Halbleiterchips und Medikamente höheren Abgaben unterliegen werden. Trump gab keinen klaren Zeitrahmen an, wann diese Zölle in Kraft treten werden, sagte jedoch, dass einige von ihnen bis zum 2. April in Kraft treten werden.
Darüber hinaus belastet die geldpolitische Divergenz zwischen der BoJ und der Europäischen Zentralbank (EZB) ebenfalls den Euro. "Die Märkte implizieren weitere 75 Basispunkte Zinssenkungen der EZB in den nächsten 12 Monaten, was dazu führen würde, dass der Leitzins auf 2,00% sinkt", bemerkten die FX-Analysten von BBH.
Die Reserve Bank of India (RBI) steuert die indische Geldpolitik mit dem Ziel, die Inflation bei etwa 4 % zu halten und gleichzeitig die Wechselkursstabilität zu gewährleisten.
Die RBI trifft sich sechsmal im Jahr, um ihre Geldpolitik zu überprüfen und, falls nötig, die Zinssätze anzupassen. Wenn die Inflation über das Ziel hinaus ansteigt, wird die RBI in der Regel die Zinsen erhöhen, um die Nachfrage zu senken und die Rupie zu stützen. Sinkt die Inflation unter das Ziel, könnte die RBI die Zinsen senken, was sich negativ auf den INR auswirken kann.
Aufgrund der zentralen Rolle des Außenhandels für die indische Wirtschaft greift die Reserve Bank of India regelmäßig in den Devisenmarkt ein, um den Wechselkurs in einem kontrollierten Rahmen zu halten. So schützt sie indische Importeure und Exporteure vor unnötigen Risiken durch Wechselkursschwankungen. Die RBI kauft und verkauft Rupien zu entscheidenden Kursniveaus im Spotmarkt und nutzt Derivate, um ihre Positionen abzusichern und die Währungsstabilität zu gewährleisten.