Japanischer Yen steigt nach Trumps Zollankündigung auf ein Mehrwochenhoch gegenüber dem USD

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  • Der japanische Yen steigt über alle Währungen hinweg im Zuge von Trumps tarifbedingtem globalen Sicherheitsflug.


  • Die Verengung des Zinsunterschieds zwischen den USA und Japan lenkt Kapitalströme in Richtung des niedrig verzinslichen JPY.


  • Die divergierenden Erwartungen zwischen BoJ und Fed unterstützen die Aussichten auf eine weitere Abwertung des USD/JPY. 


Der japanische Yen (JPY) sprang während der asiatischen Sitzung am Donnerstag auf ein Drei-Wochen-Hoch gegenüber seinem amerikanischen Pendant, nachdem US-Präsident Donald Trump umfassende Handelszölle verhängt hatte. Die Anleger wurden zunehmend besorgt, dass dieser Schritt das globale Handelssystem umgestalten und das globale Wirtschaftswachstum beeinträchtigen könnte. Dies wiederum löst eine neue Welle der Risikoaversion aus und steigert die Nachfrage nach traditionellen sicheren Anlagen, einschließlich des JPY. 


In der Zwischenzeit führt der Anti-Risiko-Fluss zu einem steilen Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen, was zu einer weiteren Verengung des Zinsunterschieds zwischen den USA und Japan führt und den niedrig verzinslichen JPY begünstigt. Der US-Dollar (USD) hingegen taucht wieder näher an ein mehrmonatiges Tief, das im März erreicht wurde, da Bedenken über die Auswirkungen eines eskalierenden globalen Handels auf die US-Wirtschaft aufkommen. Dies, zusammen mit einer Reihe schwächer als erwarteter US-Daten, schürte Rezessionsängste. 


Die Aussichten könnten die Federal Reserve (Fed) zwingen, ihren Zinssenkungszyklus bald wieder aufzunehmen. Im Gegensatz dazu haben die Händler die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen durch die Bank of Japan (BoJ) eingepreist, da Anzeichen für eine breitere inländische Inflation bestehen. Dies sollte wiederum zur relativen Überlegenheit des JPY beitragen, was zusammen mit der vorherrschenden bärischen Stimmung rund um den USD darauf hindeutet, dass der Weg des geringsten Widerstands für das USD/JPY-Paar nach unten führt. 


Der japanische Yen zieht sichere Zuflüsse an, während Trumps neue Zölle wirtschaftliche Bedenken schüren und die globalen Märkte erschüttern 


Die globale Risikostimmung nahm eine Wendung zum Schlechten, nachdem US-Präsident Donald Trump reziproke Zölle von mindestens 10% auf alle importierten Waren angekündigt hatte, was Bedenken über ein langsameres globales Wirtschaftswachstum auslöste. 


Die Aktienmärkte weltweit stürzten als Reaktion auf die Ankündigung der US-Zölle ab, was den sicheren japanischen Yen während der asiatischen Sitzung am Donnerstag auf ein Drei-Wochen-Hoch gegenüber dem US-Dollar hob. 


Der Anti-Risiko-Fluss führte dazu, dass die meisten globalen Staatsanleihenrenditen fielen, wobei die Rendite der Benchmark 10-jährigen US-Staatsanleihe auf etwa 4,0% fiel und ein neues Jahrestief erreichte.


Händler erhöhten die Wetten, dass die Federal Reserve beginnen wird, die Kreditkosten bei der Sitzung im Juni zu senken, und insgesamt drei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte bis Ende dieses Jahres umsetzen wird. 


Dies überschattet in größerem Maße den optimistischen US-ADP-Bericht vom Mittwoch, der zeigte, dass die Arbeitgeber im privaten Sektor im März 155.000 Arbeitsplätze hinzugefügt haben, weit mehr als die erwarteten 105.000 und die vorherigen 84.000.


In der Zwischenzeit zwangen Bedenken über die Auswirkungen der härteren als erwarteten US-Zölle auf die japanische Wirtschaft die Anleger, ihre Wetten zurückzuschrauben, dass die Bank of Japan die Zinspolitik schneller anheben würde. 


Dennoch halten die eingehenden Makrodaten, einschließlich starker Verbraucherpreisdaten aus Tokio, die letzten Freitag veröffentlicht wurden, die Tür für weitere Zinserhöhungen der BoJ offen, was wiederum den JPY stützt. 


Händler blicken nun auf die US-Wirtschaftsdaten am Donnerstag – einschließlich der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung und des ISM-Dienstleistungs-EMI. Der Fokus wird jedoch weiterhin auf handelsbezogenen Entwicklungen liegen.


USD/JPY scheint anfällig für weitere Schwäche; frischer Durchbruch unter dem 100-Perioden-SMA auf dem 4-Stunden-Chart in Sicht


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Aus technischer Sicht kommt der intraday Rückgang unter den 100-Perioden Simple Moving Average (SMA) auf dem 4-Stunden-Chart zusätzlich zu dem jüngsten Durchbruch durch einen mehrwöchigen aufsteigenden Kanal. Dies, zusammen mit bärischen Oszillatoren auf dem Tageschart, unterstützt die Aussichten auf eine weitere kurzfristige Abwertung des USD/JPY-Paares. Daher scheint ein anschließender Rückgang in Richtung der 147,25 Zwischenunterstützung, auf dem Weg zur 147,00-Marke und der Region 146,55-146,50 oder einem mehrmonatigen Tief, das im März erreicht wurde, eine deutliche Möglichkeit zu sein.


Auf der anderen Seite könnte jeder versuchte Rückgang nun auf einen gewissen Widerstand in der Nähe der runden 148,00-Marke stoßen. Eine nachhaltige Bewegung könnte jedoch eine kurzfristige Erholungsrallye in Richtung der Region 148,65-148,70 auslösen. Das gesagt, eine weitere Bewegung nach oben wird wahrscheinlich frische Verkäufer in der Nähe der 149,00-Marke anziehen, was das USD/JPY-Paar in der Nähe der Region 149,35-149,40 oder dem 100-Perioden-SMA auf dem 4-Stunden-Chart begrenzen sollte. Letzterer sollte als zentraler Drehpunkt fungieren, der, falls er entscheidend überwunden wird, die negative Aussicht negieren und den Weg für zusätzliche kurzfristige Gewinne ebnen könnte.

Der oben präsentierte Inhalt, ob von einer Drittpartei oder nicht, wird lediglich als allgemeiner Rat betrachtet. Dieser Artikel sollte nicht als enthaltend Anlageberatung, Investitionsempfehlungen, ein Angebot oder eine Aufforderung für jegliche Transaktionen in Finanzinstrumenten ausgelegt werden.

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